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Finanzierungsrechnung

Finanzierungsrechnung

Diagramm zur Vereinfachten Struktur des deutschen Finanzsystems
Diagramm zur Vereinfachten Struktur des deutschen Finanzsystems

Die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung (FinR) erg?nzt das Bild der realwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) um die finanziellen Vorg?nge in der Volkswirtschaft. Sie zeigt unter anderem auf, ob finanzielle Mittel per saldo in Anspruch oder zur Verfügung gestellt wurden und in welcher Form dies geschah (bspw. Kredite oder Aktien). Die Ergebnisse werden in Form von Bilanzen für die einzelnen institutionellen Sektoren einer Volkswirtschaft dargestellt und sind nach finanziellen Instrumenten untergliedert. Dabei wird zwischen Angaben zu den finanziellen Transaktionen in einer Periode (Geldverm?gensbildung und Au?enfinanzierung) und den entsprechenden Best?nden zum Ende jener Periode (Geldverm?gen und Verbindlichkeiten) unterschieden.

Die Deutsche Bundesbank begann bereits Mitte der 1950er Jahre als eine der ersten Notenbanken weltweit mit der Erstellung und Ver?ffentlichung der FinR. Genutzt werden die Daten unter anderem für die Analyse der Finanzstr?me in einer Volkswirtschaft vor geldpolitischem Hintergrund. Sie vermitteln eine Vorstellung des Anlage- und Finanzierungsverhaltens von Unternehmen und Privathaushalten sowie der Finanzintermedi?re, die in den Finanzierungskreislauf eingeschaltet sind. Daraus k?nnen sich wiederum Hinweise für den geldpolitischen Transmissionsprozess ergeben. So stehen etwa Untersuchungen über Verschiebungen in den Finanzierungsstrukturen, beispielsweise über den Zusammenhang zwischen der Kreditvergabe der inl?ndischen Banken und den übrigen Finanzierungsquellen (etwa Kapitalm?rkte und ausl?ndische Kreditgeber) im Fokus der Betrachtung.

Weltweit gibt es kaum gesonderte Erhebungen für die spezifischen Belange der FinR, sodass zu deren Erstellung stets auf bestehende statistische Informationen zurückgegriffen werden muss, die prim?r zu anderweitigen Zwecken erhoben werden. Die FinR erh?lt dadurch – wie auch die VGR – den Charakter einer Sekund?rstatistik, in der die Statistiken aus den verschiedenen finanziellen Bereichen miteinander verknüpft werden. Methodische Grundlage ist dabei die aktuelle Fassung des Europ?ischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010), das im September 2014 eingeführt wurde. Angaben gem?? des vorherigen ESVG 1995 sind zwar weiterhin verfügbar, werden jedoch nicht mehr aktualisiert. Um ein konsistentes Bild der Vorg?nge in der deutschen Volkswirtschaft zu gew?hrleisten, sind die Erstellung der FinR der Bundesbank und der VGR des Statistischen Bundesamtes eng miteinander verzahnt.

Die Bundesbank erstellt die FinR auf Quartalsbasis. Die Ergebnisse werden regelm??ig in Pressenotizen, in den Monatsberichten sowie in der Statistischen Sonderver?ffentlichung Nr. 4, die auch weitere methodische Erl?uterungen beinhaltet, publiziert und in der Zeitreihendatenbank auf der Internetseite der Bundesbank bereitgestellt. Darüber hinaus werden sie der EZB übermittelt, die zusammen mit den Beitr?gen der anderen EWU-Mitgliedsl?nder die FinR für das Euro-W?hrungsgebiet erstellt und ver?ffentlicht. Auf EU-Ebene werden die Daten von Eurostat zusammengestellt und publiziert.

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