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Baseler Rahmenwerk

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel

Baseler Rahmenwerk

Das Baseler Rahmenwerk umfasst alle gültigen Standards des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Die Bundesbank war an der Erarbeitung aller Standards wesentlich beteiligt.

Der Grundstein für das Rahmenwerk wurde vom Baseler Ausschuss 1988 mit dem ersten Standard, dem Baseler Akkord, gelegt. Hierin wurden – zur Verbesserung der Stabilit?t des Finanzsektors und zur Vertrauenssicherung in die Solvenz der Banken – erstmals globale Mindesteigenkapitalanforderungen an internationale Banken gestellt. Gem?? dieser Eigenkapitalquote musste eine Bank mindestens 8?% regulatorisches Eigenkapital vorhalten, gemessen an den kreditrisikogewichteten Aktiva. 1996 wurde der Akkord um die Marktrisikoregelung erg?nzt. Damit musste die Mindesteigenkapitalausstattung einer Bank mindestens 8?% ihrer gesamten risikogewichteten Aktiva betragen, die sich aus Kredit- und Marktrisikopositionen zusammensetzten.

2004 wurde die überarbeitete Baseler Rahmenvereinbarung "Internationale Konvergenz der Eigenkapitalmessung und der Eigenkapitalanforderungen" (Basel?II) ver?ffentlicht. Das fundamentale Ziel des Baseler Ausschusses war es, die Solidit?t und Stabilit?t des internationalen Bankensystems weiter zu st?rken. Basel?II gliedert sich in drei S?ulen: S?ule 1 umfasst die Berechnung der Kapitalanforderungen anhand der Bankrisiken (Kredit-, Markt und operationelle Risiken). Weitere Schwerpunkte lagen auf den Vorgaben von Grundprinzipien für die qualitative Bankenaufsicht und das Risikomanagement in den Banken (S?ule?2) sowie der Einführung von aufsichtlichen Offenlegungspflichten zur St?rkung der Marktdisziplin (S?ule?3).

Als Reaktion auf die Finanzmarkt-Krise verabschiedete der Baseler Ausschuss 2009, aktualisiert in 2010 bzw. 2011, ein kurzfristiges Ma?nahmenpaket mit strengeren Regelungen, darunter insbesondere h?heren Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungen und Marktrisiken. Zudem wurden die Anforderungen an das Risikomanagement und an die Offenlegung der Banken erh?ht. Diese Weiterentwicklung von Basel?II wird umgangssprachlich "Basel?2.5" genannt.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat 2010 "Basel?III: Ein globaler Regulierungsrahmen für widerstandsf?higere Banken und Bankensysteme" ver?ffentlicht und im Laufe der Folgejahre erg?nzt und überarbeitet. Ziel der Reform ist es, mit strengeren Regeln für Eigenkapital und Liquidit?t die Resilienz des Bankensektors in Stresssituationen zu erh?hen und so die Gefahr zu verringern, dass sich Probleme im Finanzsektor auf die Realwirtschaft auswirken. Zudem sollen das Risikomanagement sowie die Führung der Banken verbessert und die Transparenz im Bankensektor erh?ht werden.

Die neuen Vorschriften sollen ihre Wirkung sowohl auf mikroprudenzieller als auch auf makroprudenzieller Ebene entfalten. Dies soll durch mehrere Einzelma?nahmen erreicht werden. So wurden insbesondere eine Erh?hung der Qualit?t, Quantit?t und Transparenz des regulatorischen Eigenkapitals und die Einführung von Kapitalpuffern beschlossen. Für besonders risikoreiche Produkte wurden die Kapitalanforderungen zus?tzlich erh?ht. Um eine überm??ige Verschuldung der Banken zu verhindern, wird die Einführung einer Verschuldungsquote (Leverage Ratio) vorgeschlagen. Au?erdem sollen Liquidit?tsrisiken durch die erstmalige Einführung globaler Mindestliquidit?tsanforderungen begrenzt werden.

Alle G20-Staats- und Regierungschefs haben beim Seoul-Gipfel 2010 das Basel-III-Rahmenwerk gebilligt und sich zu seiner konsistenten Umsetzung verpflichtet.

Basel?III wurde seitdem konkretisiert bezüglich der aufsichtlichen Behandlung von systemrelevanten Banken, u. a. durch die Einführung zus?tzlicher Kapitalpuffer und Kapitalanforderungen für den Abwicklungsfall.

Seit 2011 besch?ftigt sich der Baseler Ausschuss mit der Frage nach der richtigen Balance zwischen Risikosensitivit?t, Einfachheit und Vergleichbarkeit der Ans?tze zur Berechnung der Bankrisiken und der entsprechenden Eigenkapitalanforderung. Im Zuge der Basel-III-Finalisierung wurden diese Methoden überarbeitet. Die Marktrisikoregelung wurde 2016 ver?ffentlicht, und die weiteren überarbeiteten Ans?tze zur Berechnung der Bankrisiken einschlie?lich einer ?nderung der Kapitaluntergrenze ("Basel-I-Floor" bzw. "Output Floor") und der Verschuldungsquote wurden im Dezember?2017 ver?ffentlicht. Alle Ma?nahmen, die Teil der Basel-III-Reform sind, sollen ab 2022 (teilweise mit übergangsregeln) in Kraft treten.

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