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SREP

Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) Aufsicht führt neuen Zyklus ein

Am 19.?Dezember?2014 hat die Europ?ische Bankenaufsichts-beh?rde (EBA) die Leitlinien zu gemeinsamen Verfahren und Methoden für den aufsichtlichen überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation ProcessSREP) zur Konkretisierung von Art.?97?ff. der europ?ischen Eigenmittelrichtlinie (Capital Requirements Directive?IVCRD?IV) ver?ffentlicht. Diese Leitlinien richten sich an die nationalen Aufsichtsbeh?rden und waren bis zum 1.?Januar?2016 umzusetzen.

Der SREP umfasst demnach die Bewertung der vier nachfolgenden zentralen Elemente:

  • Tragf?higkeit des Gesch?ftsmodells,
  • Governance und Risikomanagement,
  • Kapitalad?quanz sowie
  • Liquidit?t.

Anschlie?end an die Risikobewertung soll beurteilt werden, ob die Eigenmittel- und Liquidit?tsausstattung eines Instituts angemessen sind, um eine solide Deckung der Risiken zu gew?hrleisten, denen das Institut ausgesetzt ist oder ausgesetzt sein kann. Der Prozess endet in einer Gesamteinsch?tzung, die die Basis für weitere aufsichtliche Ma?nahmen und Vorgaben zur M?ngelbeseitigung bildet.

Eine Neuerung, die sich aus der Umsetzung der Leitlinien in Deutschland ergibt, ist die Festsetzung von Kapitalzuschl?gen im Zuge einer umfassenden und systematischen Beurteilung der Angemessenheit der Eigenmittelausstattung. Dieser Prozess wird als SREP-Kapitalquantifizierung bezeichnet. Harte Kapitalzuschl?ge im Rahmen der S?ule?2 (Pillar?2 Requirements - P2R) sind danach für alle Risiken zu ermitteln, die nicht oder nicht ausreichend durch die S?ule-1-Eigenmittel-anforderungen abgedeckt sind.

BaFin und Deutsche Bundesbank führten daher in den Jahren 2016 und 2017 erstmals entsprechend den Vorgaben der EBA für Kreditinstitute nach §?1 Abs.?1 KWG, die unter direkter deutscher Aufsicht stehen, den vollst?ndigen SREP durch, das hei?t inklusive Kapitalquantifizierung als neue Komponente. Der vollst?ndige SREP wird in dieser Form künftig regelm??ig in einem abgestuften, festen Turnus, der nachfolgend beschrieben wird, für alle Kreditinstitute vollzogen. über das Ergebnis der Kapital-quantifizierung werden die Institute informiert. Hiervon unabh?ngig werden die Risikobewertung der vier zentralen Elemente und die Gesamteinsch?tzung weiterhin j?hrlich durchgeführt.

EBA-Vorgaben für die Kapital-quantifizierung

Nach den SREP-Leitlinien soll die SREP-Kapital-quantifizierung regelm??ig alle zw?lf Monate bis alle drei Jahre unter Berücksichtigung der Verh?ltnism??igkeitskriterien durchgeführt werden. H?ufigere Bewertungen sind allerdings m?glich.

Zur Bestimmung der Verh?ltnism??igkeitskriterien sollen die zust?ndigen Beh?rden alle Institute unter ihrer Aufsicht auf der Grundlage der Gr??e, der Struktur und der internen Organisation des jeweiligen Instituts sowie aufgrund der Art, des Umfangs und der Komplexit?t seiner Gesch?fte in Kategorien von?1 bis?4 einteilen. Diese vorgenommene Kategorisierung soll die Bewertung des Risikos widerspiegeln, das die Institute für das Finanzsystem darstellen. Die Kategorie?1 umfasst hierbei die Institute mit dem h?chsten Risiko für das Finanzsystem.

Zyklus der Kapital-quantifizierung für deutsche Institute

Entsprechend dieser Vorgaben, an denen sich auch die Europ?ische Zentralbank orientiert, haben BaFin und Deutsche Bundesbank die Institute unter ihrer Aufsicht kategorisiert. Ma?geblich war auf der einen Seite die Bedeutung des jeweiligen Instituts, vor allem aufgrund seiner Gr??e und Komplexit?t, auf der anderen Seite seine Risikolage.

KategorieBewertung aller SREP-Elemente inklusive Kapital-quantifizierung (Mindesth?ufigkeit)Risiko-bewertung und Gesamt-einsch?tzung
1j?hrlichj?hrlich
2alle 2 Jahrej?hrlich
3alle 3 Jahrej?hrlich
4alle 3 Jahrej?hrlich

Die Zuordnung eines Instituts anl?sslich der SREP-Kapitalquantifizierung zu einer Kategorie ist für den jeweiligen Zyklus abschlie?end. Eine vorgezogene SREP-Kapitalquantifizierung ist grunds?tzlich nicht vorgesehen, es sei denn, es kommt zu einer drastischen Verschlechterung der Risikolage des jeweiligen Instituts oder es liegt eine wesentliche Ver?nderung der Situation vor, zum Beispiel bei einer Fusion.

Derzeit befindet sich der ganz überwiegende Teil der Institute in den Kategorien 3 und 4 und damit in einem dreij?hrigen Zyklus für die Kapitalquantifizierung. Die Aufsicht informiert die Institute im Rahmen ihrer regelm??igen Kontakte über ihren jeweiligen Turnus.

Weiche Kapitalanforderung

Die bisherigen Ausführungen beziehen sich allein auf die Festlegung der harten SREP-Kapitalanforderung (Pillar?2 Requirements). Der Turnus für die weiche SREP-Kapitalanforderung, die Eigenmittelzielkennziffer (Pillar?2 Guidance), ist davon unabh?ngig. Er lag bisher bei zwei Jahren, was die deutsche Aufsicht auch grunds?tzlich beibehalten wird. Da die weiche Kapitalanforderung auf den Ergebnissen des nationalen Stresstests aufbaut, wird die Aufsicht auch den Stresstest weiterhin grunds?tzlich alle zwei Jahre durchführen. Der n?chste Stresstest wird 2019 stattfinden. Die deutsche Aufsicht wird dann alle rund 1.600?Institute über ihre weiche Kapitalanforderung informieren. Bei der weichen Kapitalanforderung handelt es sich lediglich um eine aufsichtsinterne Kenngr??e. Diese entfaltet keine unmittelbare Rechtswirkung.?

Ver?ffentlichung der harten SREP-Kapitalanforderung

Die Institute dürfen den SREP-Kapitalzuschlag aufgrund des Charakters einer harten Kapitalanforderung in Prozent beziehungsweise Prozentpunkten ver?ffentlichen.

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