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Leverage Ratio

Leverage Ratio

Ein wesentlicher Bestandteil des Basel-III-Rahmenwerkes und dessen Umsetzung in der Europ?ischen Union (EU) ist die Einführung einer Verschuldungsquote (Leverage Ratio). Diese setzt das aufsichtliche Kernkapital einer Bank (Z?hler) in Beziehung zu ihrem Gesamtengagement (Nenner). Eine geringe Kennziffer geht demnach mit einer relativ zum Kernkapital hohen Verschuldung einher. Dabei orientiert sich der Wertansatz bilanzieller Positionen an dem für das jeweilige Institut ma?geblichen Rechnungslegungsstandard. Um die internationale Vergleichbarkeit der Leverage Ratio sicherzustellen, sind hierbei einige Sonderregelungen enthalten.

Im Gegensatz zu den, auch auf Modellannahmen gestützten, risikobasierten Eigenkapitalanforderungen werden die einzelnen Positionen im Rahmen der Leverage Ratio nicht mit einem individuellen Risikogewicht versehen, sondern ungewichtet im Kennziffernwert berücksichtigt. Die Leverage Ratio soll Schw?chen der Regulierung adressieren, die w?hrend der Finanzkrise zutage traten. So soll die Leverage Ratio zum einen der im Grundsatz zyklischen Wirkung risikobasierter Eigenkapitalanforderungen entgegenwirken. Zum anderen soll die erg?nzende risikoinsensitive Leverage Ratio Schw?chen risikobasierter Eigenkapitalanforderungen ausgleichen (sog. Backstop-Funktion). Solche offenbarten sich in der Krise, als die von Banken erlittenen Verluste in einigen F?llen die modellgestützt berechneten Risiken deutlich überstiegen.

Die Leverage Ratio wurde zun?chst als erg?nzendes Instrument, das nach Ermessen der Aufsichtsbeh?rden auf einzelne Institute angewandt werden kann, eingeführt (S?ule II). Im Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision, BCBS) dann entschieden, die zun?chst vorl?ufige Zielquote i. H. v. 3,0?% ab 2018 als verbindliche Mindestanforderung (S?ule I) zu implementieren.

Neben der Neueinordnung in das bankaufsichtliche Drei-S?ulen-Modell sieht das finalisierte Baseler Leverage Ratio-Rahmenwerk verschiedene technische ?nderungen an der Methodik zur Berechnung der Kennziffer vor. Weiterhin soll für global systemrelevante Banken (G-SIBs) ab 2022 die LR-Anforderung um einen Kapitalzuschlag erh?ht werden, der ebenfalls aus aufsichtlichem Kernkapital bestehen und 50?% des risikobasierten Kapitalpuffers für G-SIBs betragen soll. Zum Beispiel würde demnach für eine Bank, die einen risikobasierten G-SIB-Puffer von 2?% vorhalten muss, die LR-Anforderung um 1?% auf dann insgesamt 4?% steigen.

Die Capital Requirements Regulation (CRR, Verordnung (EU) Nr. 575/2013), erg?nzt durch eine Delegierte Verordnung (Delegierte Verordnung (EU) 2015/62), ist für die EU-Mitgliedstaaten die Rechtsgrundlage für die Leverage Ratio-Anforderungen. Deren Anwendungsbereich wurde jedoch durch eine weiter gefasste Definition des Institutsbegriffs vergr??ert. Dieser schlie?t beispielsweise auch Institute, die nur das Einlagen-, nicht aber das Kreditgesch?ft betreiben, ein (§?1a KWG).

Um das Risiko einer überm??igen Verschuldung beurteilen zu k?nnen, melden Institute den nationalen Aufsichtsbeh?rden viertelj?hrlich alle erforderlichen Informationen zur Leverage Ratio und ihren Komponenten. Darüber hinaus sind die Institute seit 2015 zur Offenlegung der Leverage Ratio und ihrer Bestandteile verpflichtet. In der EU wird die Leverage Ratio ab Juni 2021 durch die dann geltenden Regelungen der CRR II zu einer verbindlichen Mindestanforderung. Im Rahmen der CRR II wird ebenfalls der Zuschlag für G-SIBs, analog zu den Baseler Vorgaben, ab 2022 in der EU umgesetzt.

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